
Hasenmädchen Lilly
Lilly kocht gerne und besorgt die frischen Zutaten gerne am Markt. Am liebsten macht sie Karottensalat, Karottensuppe und Karottenkuchen.
Handgemacht, mit viel Herz
Eine kleine Familie aus selbst gehäkelten Tieren, die in der Werkstatt wohnt. Jedes ein Unikat, keines wie das andere.
In einer Ecke der Werkstatt, zwischen den Garnkörben, ist über die Zeit eine ganze Bande entstanden. Elvira häkelt sie alle selbst, Masche für Masche. Hasen mit Latzhosen, gemütliche Bären, eine Elefantenherde und sogar ein Rabenclan.
Jedes Tier ist ein handgemachtes Einzelstück und darf im Geschäft adoptiert werden. Kein Preis, kein Warenkorb. Der Reiz ist der Charakter und die Geschichte dahinter.

Lilly kocht gerne und besorgt die frischen Zutaten gerne am Markt. Am liebsten macht sie Karottensalat, Karottensuppe und Karottenkuchen.

Tobias ist handwerklich sehr begabt und hilft gerne bei kleinen Reparaturen. Am liebsten isst er den Karottenkuchen von Lilly.

Niko ist neugierig, steckt seine Nase in jeden Wollkorb und spielt gerne kleine Streiche. Alle mögen ihn, weil er ein sehr liebenswerter, aufgeweckter Hasenjunge ist.

Sitzt am liebsten mittendrin und passt auf, dass es allen gut geht. Bei Bernhard findet man immer Trost und Rat.
Die Elefantenherde passt gegenseitig auf sich auf. Die Kleinen lernen von den Großen und die haben ein sehr gutes Gedächtnis und vergessen nichts.

Wie wir alle wissen, sind Raben sehr klug - allerdings von diesem Rabenclan wissen wir nicht sehr viel. Es bleibt spannend, ihre Geschichten zu erfahren.
Kurze Geschichten und Erlebnisse aus der Werkstattecke.

Es war ein langer Tag in der Werkstatt von WollLust & FarbGenuss gewesen.
Viele Menschen waren da gewesen. Es wurden Knäuel ausgesucht, Farben verglichen und neue Ideen besprochen. Als am Abend die Tür ins Schloss fiel, wurde es langsam still zwischen den Garnkörben.
Lilly räumte gerade die letzten kleinen Teller weg. Es hatte Karottenkuchen gegeben, und Tobias hatte, ganz zufällig natürlich, zwei Stück gegessen.
„Ich glaube, das war heute mein bestes Rezept“, sagte Lilly zufrieden.
Tobias nickte. „Das kann ich bestätigen. Rein handwerklich betrachtet.“
Niko saß auf einem Wollknäuel in leuchtendem Türkis und grinste. „Rein handwerklich? Du hast doch nur gegessen.“
„Auch das muss jemand zuverlässig machen“, sagte Tobias.
Bernhard, der Bär, saß wie immer mitten in der Runde. Er hatte den ganzen Abend kaum etwas gesagt. Jetzt hob er langsam den Kopf.
„Hört ihr das?“
Alle wurden still.
Zuerst hörten sie nur das leise Ticken der Uhr. Dann das Knacken des Holzbodens. Und schließlich etwas ganz anderes.
Ein feines Rascheln.
Es kam aus dem großen Korb mit den Resten von weicher Merinowolle.
Niko war sofort neugierig. „Vielleicht ist da ein Wollmonster drin.“
„Oder eine Maus“, sagte Lilly.
„Oder ein besonders kleiner Elefant“, meinte Tobias.
Die Elefantenherde schaute sich gegenseitig an. Die Kleinsten rückten ein Stück näher zu den Großen.
Bernhard stand auf. „Wir sehen nach. Aber vorsichtig.“
Gemeinsam gingen sie zum Wollkorb. Niko wollte als Erster hineinspringen, doch Lilly hielt ihn an seiner Latzhose fest.
„Du wartest“, sagte sie.
„Ich wollte nur helfen.“
„Du wolltest kopfüber hineinspringen.“
„Das kann auch helfen.“
Über ihnen saß der Rabenclan auf einem Regalbrett. Keiner wusste genau, wann sie dort hingekommen waren. Die Raben waren oft da, wenn etwas Rätselhaftes geschah.
Der größte von ihnen neigte den Kopf.
„Ein Faden fehlt“, krächzte er.
„Welcher Faden?“, fragte Tobias.
Der Rabe zeigte mit seinem Schnabel auf den Korb. Tatsächlich lag dort ein langer, silbergrauer Wollfaden. Er führte aus dem Korb hinaus, über den Boden, unter den Arbeitstisch und bis zum Fenster.
„Der war vorher nicht da“, flüsterte Lilly.
Die Bande folgte dem Faden.
Unter dem Tisch lag ein kleiner, alter Knopf. Dahinter fand sich eine winzige Schere, die niemand vermisst hatte. Und am Fenster hing ein Stück Papier, das der Wind wohl hereingeweht hatte.
Darauf stand nur ein Satz:
Manchmal findet man den Weg erst, wenn man einem losen Faden folgt.
Niko las den Satz zweimal.
Dann sagte er überraschend leise: „Vielleicht ist das für jemanden, der sich verlaufen hat.“
Die Elefanten nickten. Sie erinnerten sich an vieles. Auch daran, wie es sich anfühlte, wenn man nicht wusste, wo man hingehörte.
Bernhard schaute zum Fenster hinaus. Draußen lag das Waldviertel dunkel und ruhig. Ein paar Sterne waren zwischen den Wolken zu sehen.
„Vielleicht“, sagte er, „ist es auch eine Erinnerung für uns.“
„Woran?“, fragte Lilly.
„Dass niemand allein bleiben muss. Nicht, wenn es Menschen und Tiere gibt, die mitgehen.“
Eine Weile sagte niemand etwas.
Dann zog Niko den silbergrauen Faden vorsichtig ein Stück weiter. Er führte zurück zum Wollkorb und endete dort, wo er begonnen hatte.
Ganz unten lag etwas Kleines.
Es war ein winziger Stern, gehäkelt aus silbergrauer Wolle.
Lilly nahm ihn behutsam heraus und legte ihn auf den Tisch.
„Den hängen wir auf“, sagte sie.
Tobias suchte einen kleinen Haken. Natürlich fand er einen. Die Elefanten hielten die Leiter fest, und der Rabenclan gab von oben sehr kluge Anweisungen, die niemand ganz verstand.
Niko durfte den Stern schließlich ans Fenster hängen.
Als er dort baumelte, fing er das Licht der Straßenlaterne ein. Für einen Moment sah es aus, als würde er wirklich leuchten.
„Jetzt weiß jeder, wo wir sind“, sagte Niko.
Bernhard lächelte. „Und wenn jemand den Weg sucht, vielleicht auch, wohin er gehen kann.“
Danach wurde es wirklich Zeit zum Schlafen.
Lilly deckte Tobias mit einem weichen Wollrest zu. Die Elefanten kuschelten sich dicht zusammen. Der Rabenclan rückte auf dem Regalbrett ein wenig näher zusammen, obwohl sie behaupteten, Raben bräuchten keine Decken.
Niko setzte sich noch einmal zum Fenster.
Der kleine Stern bewegte sich ganz leicht im Luftzug.
Dann sagte er: „Morgen finde ich heraus, woher der Faden gekommen ist.“
„Morgen“, murmelte Bernhard.
Und weil alle wussten, dass Niko morgen bestimmt ein neues Abenteuer finden würde, schlief die Maschenbande beruhigt ein.
Draußen war die Nacht still.
Drinnen wartete der kleine silbergraue Stern am Fenster auf den Morgen.
Die Maschenbande sucht gute Gesellschaft. Jedes Tier gibt es nur einmal, und jedes darf im Geschäft gekauft und gleich mitgenommen werden. Komm einfach vorbei.
Und dein Kauf bewirkt doppelt Gutes: Der Erlös aus der Maschenbande geht an Harambee, eine österreichische Hilfsorganisation für Familien in Kenia. Mehr über Harambee